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BookThieving

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23-year old history student who really wants a Tardis. Wanna-be/aspiring writer. Reader of books. Wanderer of fantastical realms. And other doses of common craziness.

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Greek and Roman Political Ideas: A Pelican Introduction (Pelican Books)
Melissa Lane
An Astronaut's Guide to Life on Earth
Chris Hadfield
Haiku
Peter Washington
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Michael Alexander
The Book of Legendary Lands
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The Bone Season
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A History of the World in Twelve Maps
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The Casual Vacancy
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The Penguin Complete Sherlock Holmes
Ruth Rendell, Arthur Conan Doyle
A Short History of Nearly Everything
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Herr Nakano und die Frauen: Roman

Herr Nakano und die Frauen: Roman - Hiromi Kawakami Ich kann jetzt von mir behaupten, alle auf Deutsch übersetzten Werke von Hiromi Kawakami gelesen zu haben. Normalerweise bin ich nicht für Liebesgeschichten zu haben – Kawakami ist da die große Ausnahme.

Warum? Nun, zunächst ist da wohl meine japanophile Seite, die mich zum Kauf meines ersten Kawakami Buches bewegt hat. Viel wichtiger ist aber wie Hiromi Kawakami ihre Geschichten erzählt. Sie fließen, ruhig wie ein kleiner Bach, am Leser vorbei mit einer erstaunlichen Leichtigkeit. Unter Vermeidung jedes Klishees, das einem unterlaufen könnte, geht Kawakami ihre Szenerie, Charaktere und Handlung mit einem ungewöhnlichem Blicke und mit viel Poesie an. Da ich bisher keine bessere Beschreibung hierfür gefunden habe, würde ich ihre Gabe am ehesten als „das Außergewöhnliche und Schöne im Alltag erkennen zu können“ bezeichnen: mit der Beschreibung eines einfachen Essens in einer Bar oder einem Fetzen eines scheinbar belanglosen Gespräches wird hier überaus subtile Charakterisierung verübt.

Dies ist auch die Stärke von „Herr Nakano und die Frauen“. Man folgt den interessanten, skurillen und liebenswürdigen Charakteren durch ihren Alltag im Trödelladen des Herrn Nakano einfach nur, um die Atmossphäre, die kleinen, normalen Geschehnisse und das Zusammenspiel zwischen den Charakteren zu verfolgen. Dafür lohnt sich das Lesen allein.

Lediglich vier Sterne gibt es nur, weil ich finde, dass „Der Himmel ist blau, die Erde ist weiß“ die eben beschriebene Kunst doch immer noch am besten ausgeführt hat.